» Norwegen
Norwegen besticht nicht nur durch sein natürliches nordisches Flair. Auch architektonisch hat das Land in Nordeuropa, das von Schweden, Finnland und Russland flankiert wird, einiges zu bieten. Die Festung Akershus beispielsweise ist in der Hautstadt Oslo, idyllisch auf der Halbinsel Akersnes gelegen und stellt ein beeindruckendes Schloss dar, welches man gesehen haben sollte.
Als Schöpfer der Festung Akershus ist in gewisser Weise König Håkon V. (s. hier) zu sehen. Er war es nämlich, der den Bau veranlasst hatte, welcher im 13. Jahrhundert durchgeführt wurde. Heute beherbergt das beeindruckende Gebäude ein Museum, welches das Norwegische Widerstands-Engagement im Zuge des Zweiten Weltkrieges dokumentiert. Da auf dem Areal des Schlosses während des Zweiten Weltkrieges norwegische Soldaten ums Leben kamen, wurde ihnen hier mittels Ausstellung und Monument, ein Denkmal gesetzt. Zudem nutzt die Regierung Norwegens die imposanten Räumlichkeiten im Inneren des Bauwerks, um Staatsgäste in einem repräsentativen Ambiente empfangen zu können.
Das heutige Erscheinungsbild des Gebäudes wurde drastisch von Christian IV., einem späteren König von Dänemark und Norwegen geprägt, welcher veranlasste, dass die aus dem Mittelalter stammende Burg, in ein Renaissanceschloss umgebaut wurde. Unter der Leitung jenes Staatsoberhauptes wurde zudem die Befestigungsanlage ausgebaut. Dass das Schloss später, 1726-1734, als Gefängnis fungieren würde, hätte der Bauherr wahrscheinlich nicht vermutet. Das Gebäude jedoch bot ideale Voraussetzungen um Wilhelm Adolf zu Rantzau, welcher beschuldigt wurde, seinen Bruder, den Reichsgrafen Christian Detlef zu Rantzau ermordet zu haben, in Gewahrsam zu nehmen.
Ein Highlight des Schlosses stellt die Krypta dar, welche die sterblichen Überreste norwegischer Könige bewahren soll. Diesen Zweck erfüllt sie allerdings noch nicht sehr lange, was erklärt, dass in ihrem Inneren bisher lediglich zwei Königspaare bestattet wurden. [...mehr]
Stabkirchen sind ein wunderbares Zeugnis der beginnenden Christianisierung Skandinaviens, die durch ihre spezielle Architektur und der Vereinigung von verschiedenen Stilelementen wirklich sehenswert sind. In Norwegen existierten zur
Hochzeit des Stabkirchenbaus 750 dieser Gotteshäuser, von denen heutzutage gerade einmal 30 Originale erhalten werden konnten. Eines dieser seltenen Exemplare befindet sich in Urnes, einem kleinen Ort am Ende des Lustrafjordes nordöstlich von Bergen.
Die Stabkirche von Urnes wurde vermutlich zwischen 1030 und 1050 erbaut und entspricht dem turmlosen Sogne-Typ des Kirchenbaus. Die übereinander und dicht gestaffelten Dächer der Kirche sind ein typisches Charakteristikum der Stabkirchen und waren auch der Grund für ihren Namen. In ihren Anfangsjahren war die Kirche von Schlichtheit geprägt. Die wunderbaren Ornamente, die ihren Ursprung in der Wikinger-Kultur haben, wurden erst gegen Ende des 12. Jahrhunderts ergänzt. Insbesondere die stilisierte Drachen, die Spiralen und Bandornamente an den Türen und den Würfelkapitellen sind derart einzigartig, dass nach ihnen eine Stilrichtung benannt wurde.
Im 16. Jahrhundert, wo viele Stabkirche den Steinbauten weichen mussten, begann der allmähliche Verfall der Kirche, dem zum Glück um 1700 Einhalt geboten wurde, indem man einen achteckigen Dachreiter installierte, eine neue Kanzel sowie einen neuen Altar in die Kirche bringen ließ und den Glockenturm ergänzte. Zum Erhalt der Kirche hat das publizistische Werk des Romantikers J. Dahl beigetragen, der die Architektur der Stabkirchen unter anderem in Deutschland populär machte und Kapital zum Erhalt der Kirchen akquirieren konnte.
Inzwischen ist die Stabkirche von Urnes weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Gerade in den Sommermonaten pilgern viele Menschen nach Urne, um dieses wunderbare Bauwerk zu Gesicht zu bekommen. [...mehr]



