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Die „Grande Dame“, wie die Einwohner Ronchamps ihre Kapelle einst betitelten, steht in der Haute-Saône und bildet den touristischen Höhepunkt dieses idyllischen Dorfes.

Kapelle im Winter © Flickr / scarletgreen

Erbaut vom berühmten französischen Architekten “Le Corbusier” steht die malerische Kapelle, die heute den romantischen Namen Notre-Dame-du-Haut, übersetzt: Notre Dame der Höhe, trägt, auf dem Hügel von Bourlémont und ist somit stets im Blickfeld der friedlich lebenden Bewohner und Touristen Ronchamps. Die Kapelle wurde von 1950 bis 1954 erbaut und am 25. Juni 1955 geweiht.

Frontansicht © Flickr / scarletgreenDie vom französisch-schweizerischen Architekten und Maler erbaute Kapelle ist eines der imposantesten Beispiele für die zeitgenössische sakrale Kunst und eine absolute „Kultstätte“, dessen Konzept eigenhändig von Le Corbusier erschaffen und umgesetzt wurde. Den Weg zum Bau dieser Kapelle ebneten folgende Geschehnisse: Ein Blitz schlug in die sich an diesem Standort befindliche Kirche aus dem 15. Jahrhundert, die jedoch mit Elementen aus dem 18. und 19. Jahrhundert bereichert wurde, ein und brannte diese nieder. Daraufhin errichtete man dort von 1923 bis 1936 eine gotische Kirche, die allerdings ebenfalls, jedoch durch schwere Artillerieangriffe im Zuge des Kampfes um den heiß begehrten Berg im Zweiten Weltkrieg, zerstört wurde.

Kappelle Ronchamps © Flickr / gakuRonchamp ist ein Ort, der von der langen Tradition einer Wallfahrt, die der Jungfrau gewidmet, gebrandmarkt ist. Die blütenweiße Farbe des Bauwerks steht im krassen Kontrast zum verwendeten Baumaterial Beton. Le Corbusiers Absicht war es jedoch eine Kapelle zu erbauen, die “sich den vier Himmelsrichtungen öffnen, und die vier Himmelsrichtungen aufnehmen soll”.



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Stabkirche Urnes flickr ©Leo-setä

Stabkirchen sind ein wunderbares Zeugnis der beginnenden Christianisierung Skandinaviens, die durch ihre spezielle Architektur und der Vereinigung von verschiedenen Stilelementen wirklich sehenswert sind. In Norwegen existierten zur Stabkirche Urnes flickr ©dulcimer61Hochzeit des Stabkirchenbaus 750 dieser Gotteshäuser, von denen heutzutage gerade einmal 30 Originale erhalten werden konnten. Eines dieser seltenen Exemplare befindet sich in Urnes, einem kleinen Ort am Ende des Lustrafjordes nordöstlich von Bergen.

Die Stabkirche von Urnes wurde vermutlich zwischen 1030 und 1050 erbaut und entspricht dem turmlosen Sogne-Typ des Kirchenbaus. Die übereinander und dicht gestaffelten Dächer der Kirche sind ein typisches Charakteristikum der Stabkirchen und waren auch der Grund für ihren Namen. In ihren Anfangsjahren war die Kirche von Schlichtheit geprägt. Die wunderbaren Ornamente, die ihren Ursprung in der Wikinger-Kultur haben, wurden erst gegen Ende des 12. Jahrhunderts ergänzt. Insbesondere die stilisierte Drachen, die Spiralen und Bandornamente an den Türen und den Würfelkapitellen sind derart einzigartig, dass nach ihnen eine Stilrichtung benannt wurde.

Im 16. Jahrhundert, wo viele Stabkirche den Steinbauten weichen mussten, begann der allmähliche Verfall der Kirche, dem zum Glück um 1700 Einhalt geboten wurde, indem man einen achteckigen Dachreiter installierte, eine neue Kanzel sowie einen neuen Altar in die Kirche bringen ließ und den Glockenturm ergänzte. Zum Erhalt der Kirche hat das publizistische Werk des Romantikers J. Dahl beigetragen, der die Architektur der Stabkirchen unter anderem in Deutschland populär machte und Kapital zum Erhalt der Kirchen akquirieren konnte.

Inzwischen ist die Stabkirche von Urnes weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Gerade in den Sommermonaten pilgern viele Menschen nach Urne, um dieses wunderbare Bauwerk zu Gesicht zu bekommen.    [...mehr]


Berlin, Mitte des 19. Jahrhunderts. Die jüdische Gemeinde ist gerade dabei, sich zu emanzipieren. Seit der Menschenrechtserklärung 1789 in Paris und der bürgerlichen Gleichstellung der Juden in Preußen 1812, finden Juden auf der ganzen Welt zu neuem Selbstbewusstsein als mehr oder weniger anerkannte Glaubensgemeinschaft.

Die neue Synagoge in Berlin 1865 © wikimedia

Dadurch, dass im 19. Jahrhundert viele Arbeiter nach Berlin strömten, vor allem aus östlichen Gebieten, wuchs die jüdische Gemeinde stark an. Hier konkurrierten jetzt zwei Flügel religöser Ausprägung. Die Reformer und die Traditionellen. Die alte Synagoge am Hackeschen Markt bot schon bald keinen Platz mehr für alle Mitglieder der Gemeinde, so dass über den Bau eines neuen Gotteshauses verhandelt wurde.

Die neue Synagoge in Berlin Rundbogenfenster © wikimedia / AndreasPraefckeErst 1857, zehn Jahre nachdem die jüdische Gemeinde begonnen hatte, über einen Bau nachzudenken, wurde die Konstruktion der Synagoge zum Wettbewerb für Architekten ausgeschrieben. Der Mann, der der Jury vorsaß, welche die eingesandten Entwürfe auswerten sollte, nahm gleichzeitig selbst am Wettbewerb teil: Eduard Knoblauch. Sein Entwurf holte sich den ersten Preis und wurde 1857 leicht abgeändert übernommen. Ein Schelm, wer da Böses denkt.. ;)

Die neue Synagoge in Berlin 2005 © wikimedia / AndreasPraefckeNaja, jedenfalls wurde die Synagoge durch den Einfluss der Reformer im maurischen Stil errichtet. Das bedeutet, dass die christlichen Architekten sich bei islamischen Gebäuden abgeschaut haben, wie sie eine jüdische Kapelle zu errichten hatten.

Die maurische Bauweise bedeutete für die jüdische Gemeinde eine massive Anpassung, deswegen blieb auch der konservativere Teil in der alten Synagoge. Von Seiten populistischer Kräfte wurde diese Bauweise aber genau andersherum verstanden: Die Juden würden sich durch “Fremdheit” abgrenzen, so der Tenor auf die Fertigstellung der im Spandauer Stadtbild auffälligen Synagoge. So war das Bauwerk ein offensiver Schritt der jüdischen Gemeinde in Richtung von mehr Akzeptanz und Repräsentation innerhalb Berlins.

Heutzutage steht nur noch der vordere Teil, der durch das Centrum Judaicum mit der Stiftung Neue Synagoge Berlin wieder hergerichtet wurde. Der Rest wurde durch Bombenangriffe im zweiten Weltkrieg zerstört.
Man kann sich dort durch die Synagoge führen lassen, außerdem finden in regelmäßigen Abständen Austellungen statt.

So ist neben dem imposanten Bauwerk auch ein Teil jüdischer Kultur zu bestaunen, ein Besuch lohnt sich!

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Groß St. Martin©wikipedia

Die Kölner Altstadt besitzt ihren eigenen Reiz. Nun werden sicherlich viele zuerst an die ausgelassene Feierstimmung in den Cafés, Bars, Restaurants und Kneipen während des Kölner Karnevals denken, aber auch aus rein architektonischer Sicht gibt es zahlreiche interessante Aspekte. Einer dieser architektonischen Aspekte in der Groß St. Martin als Kölner Fischmarkt, der die Altstadt mit seinem Vierungsturm überragt.

Die romanische Kirche aus dem 12. Jahrhundert ist ein wunderbares Zeugnis der mittelalterlichen Architektur in Köln, das Innenraum des Groß St. Martin ©wikipediazu dieser Zeit ein wichtiges Handelszentrum am Rhein gewesen war und bereits damals zu den größten Städten im Deutschen Reich gehörte. Aufgrund der großen Bevölkerung benötigten die Menschen auch enormen kirchlichen Beistand, weshalb gerade zu jener Zeit unzählige Sakralbauten in und um die Stadt entstanden sind.

Als der Vorgängerbau des Groß St. Martin aufgrund eines Brandes vollkommen abgerissen wurde, entschloss man sich zu einem kompletten Neubau im romanischen Stil. Entstanden ist letztendlich eine dreischiffige Pfeilerbasilika mit einem quadratischen Chorraum. Wichtigstes Stilelement ist der 75 Meter hohe Turm, der sich mitten aus der Kirche erhebt. Bei der Außengestaltung sind staufische Stilelemente vorherrschend, die besonders am Vierungsturm ausgeprägt sind.

Wie fast alle Gebäude wurde auch der Groß St. Martin während der Bombardierung im 2. Weltkrieg extrem in Mitleidenschaft gezogen, so dass nach dem Ende des Krieges eine aufwendige Sanierung vorgenommen wurde, die fast 40 Jahre in Anspruch annahm. Dafür ist es aber gelungen ein Bauwerk in der Rheinmetropole zu erhalten, das heute nicht nur für Gläubige aller Nationen offen steht. Da zudem noch Überreste aus der römischen Zeit Kölns ausgestellt werden, kann eine Besichtigung Kirche wunderbar mit einem Aufenthalt in den umliegenden Restaurants in Köln kombiniert werden.

Da wird ein Besuch der Kölner Altstadt zum kulturellen und kulinarischen Erlebnis.    [...mehr]


Aachener Dom wikipedia©Lokilech

Ein imposantes Bauwerk in Aachen – einige werden jetzt verwundert die Stirn runzeln, aber die Pfalzkapelle von Aachen ist eines der beeindruckendsten Sakralbauten dieser Erde. Man muss sich eigentlich nur der Tatsache bewusst sein, dass die Erbauung des Gotteshauses bereits im 8. Jahrhundert erfolgte.

Die Bedeutung Aachens beruht vor allem auf der Zeit des Mittelalters. Das erneuerte Römische Reich unter Führung Karl des Großen sollte in Aachen seinen Mittelpunkt besitzen. Das neue Rom oder Konstantinopel, wie es einst der Regent auf Karolingische Oktagon wikipedia©Maxgreenedie Agenda rief, sollte hier entstehen. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, musste auch das Gotteshaus der Kaiserpfalz ein imposantes Gebäude werden. Was allerdings Karl dazu bewog, gerade in Aachen ein neues weltliches Zentrum zu errichten, wird wahrscheinlich immer sein Geheimnis sein, denn während des frühen Mittelalters war das Reisekönigtum noch stark ausgeprägt.

Um die Kapelle in ihrer ursprünglichen Form aus dem heutigen Dom herauszufiltern, braucht man jede Menge Fantasie, denn die Kapelle ist heute nur noch ein kleiner Bestandteil des Gotteshauses. Eine genaue Aufzeichnung zu Beginn des Baus gibt es leider nicht, allerdings müssen die Arbeiten in der Mitte der 80er des 8. Jahrhunderts in Angriff genommen worden sein, denn sein Rohbau war bereits 798 beendet und 805 wurde sie dann vom Papst geweiht. Den Mittelpunkt der Kirche bildet das karolingische Oktagon. Dieser, fast 32 Meter hohe schachtartiger Raum, findet seine Vorbilder in der italienischen Architektur, wie sie Karl der Große beispielsweise in RavennaKönigsthron Aachener Dom wikipedia©Holger Weinhandt kennen gelernt hat. Hinter den Rundbögen schlossen sich Räume an, die sich an der Lage des Oktagons ausrichteten. Der Thron des Regenten befand sich im Emporengeschoss über dem Eingang.

Wesentlich imposanter ist die Mischung der am Bau beteiligten Personen. Neben Karl dem Großen planten sein Biograph Einhard, der Angelsachse Alkuin und der Architekt Odo von Metz das sakrale Gebäude. Da vom Architekten außer dem Namen kaum etwas bekannt ist, lässt sich nur spekulieren, auf wen die Leistung wirklich zurückzuführen ist.

In den folgenden Jahrhunderten wurde der Aachener Dom erheblich erweitert und ausgebaut. Er zählt mittlerweile zu den beeindruckendsten Zeugnissen des Mittelalters. Die Sanierung des gesamten Gotteshauses nahm 20 Jahre in Anspruch und konnte erst 2006 beendet werden.    [...mehr]


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